Berufsfachschule in den Berufsbildenden Schulen in Northeim 

 

Der Start in die modernisierte Ausbildung zum Revierjäger

Die novellierte Ausbildungsordnung zum Revierjäger wurde durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 18. Mai 2010 erlassen. Diese Verordnung trat am 1. Juli 2010 in Kraft. Ab dem Schuljahr 2010/2011 wird für alle Auszubildenden verpflichtend Berufsschulunterricht angeboten. Bei der Neuordnung des Ausbildungsberufes 1982 bestand in fast allen Bundesländern für Umschüler und Auszubildende mit Fachhoch-/ Hochschulreife keine Berufsschulpflicht. Auszubildende im Beruf Revierjäger waren damit zumeist nicht mehr berufsschulpflichtig. Der Deutsche Jagdschutzverband hatte sich damals bereit erklärt, die bereits nach der Berufsjägerordnung – Verbandsregelung für die Berufsausbildung vor Verabschiedung des Berufsbildungsgesetzes  - angebotenen vierwöchigen Vorbereitungslehrgänge auf die Zwischen- und Abschlussprüfung weiterhin in Springe anzubieten. Unter Berücksichtigung dieser Lehrgänge erklärte sich die Kultusministerkonferenz 1982 bereit, auf die Beschulung der Revierjäger zu verzichten. Obwohl sich zwischenzeitlich die Rechtslage geändert hatte, bestand diese Regelung bis 2009.

In dem Neuordnungsverfahren 2010 wurde für die Revierjäger durch eine Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz ein Rahmenlehrplan erarbeitet. Festgelegt wurde dabei auch, dass das Land Niedersachsen die Beschulung übernehmen soll. Das niedersächsische Kultusministerium hat die Berufsbildenden Schulen II in Northeim mit der Durchführung beauftragt. In Verbindung mit der Einrichtung der Berufsfachschule konnte eine Verdichtung des Berufsschulunterrichtes auf die Berufsfachklasse geplant werden. Für die Fachstufen 1 und 2 werden jeweils 8 Wochen Unterricht vorgesehen.

Mit der Neuordnung des Berufes und der damit verbundenen Einrichtung des Berufsschulunterrichtes wird das bisher auf das Jagdjahr vom 1. April bis zum 31. März abgestimmte Ausbildungsjahr der Revierjäger auf das normale Schuljahr umgestellt.

Für das Schuljahr 2015/2016 ist folgende zeitliche Planung vorgesehen:

   

  

Berufsfachklasse:

  
  

Beginn

  
  

Ende

  

Block 1

Montag, 07. September 2015

Freitag, 18. Dezember 2015

Block 2

Montag, 25. April 2016

Freitag, 03. Juni 2016

Fachstufe 1:

 

 

Block 1

Montag, 11. Januar 2016

Freitag, 12. Februar 2016

Block 2

Montag, 04. April 2016

Freitag, 22. April 2016

Fachstufe   2:

 

 

Block 1

Montag, 15. Februar 2016

Donnerstag, 17. März 2016

Block 3

Montag, 06. Juni 2016

Freitag, 24. Juni 2016

Die Schüler/innen der Berufsfachklasse gehen zwischen dem Block 1 und 2, also im Zeitraum von Anfang Januar bis Mitte April zu Praktika in die Betriebe. In dieser Zeit werden die Fachstufen 1 und 2 beschult. Mit dieser zeitlichen Planung wird sichergestellt, dass die Auszubildenden im jeweils ersten Halbjahr des Ausbildungsjahres in den Ausbildungsbetrieben sind. In dieser Zeit werden in den Ausbildungsbetrieben wichtige Ausbildungsinhalte vermittelt. Zu nennen sind hierbei das Vorbereiten und die Durchführung von Gesellschaftsjagden, Führen von Jagdgästen, Naturschutz, Wildtiermanagement, usw..

Nach der neuen Verordnung wird für die Zwischen- und Abschlussprüfung bei der Durchführung der praktischen Aufgaben immer ein Schießstand benötigt. Dieser steht in Northeim – Hillerse zur Verfügung. Da zum Teil bei den praktischen Aufgaben Jagdwaffen geführt werden sollen, muss das Einverständnis der Revierinhaber vorliegen. Hier ist besonders der Klosterkammer Hannover für die Unterstützung zu danken. Der praktische und mündliche Teil der Abschlussprüfung wurde bisher in zwei Tagen durchgeführt. Auch in Zukunft muss angestrebt werden, die Abschlussprüfung in zwei Tagen abzuwickeln. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Anforderungen der Verordnung erfüllt werden und für alle Teilnehmer eine gerechte Prüfung geboten werden kann. Für das Schuljahr 2014/2015 lagen für die Bundesfachklasse über 270 Anmeldungen vor. Zusagen für die Aufnahme erhalten vorrangig Bewerber, die für ihre praktische Berufsausbildung ab dem Ausbildungsjahr 2015/2016 schon eine Zusage für einen Ausbildungsplatz vorweisen können. Zurzeit sind im Bundesgebiet 73 Reviere als Ausbildungsstätte für die Berufsausbildung zum Revierjäger anerkannt. Zum Teil müssen diese Betriebe durch die Zuständigen Stellen noch überprüft werden, ob auch die Anforderungen an die Ausbildungsstätte der ebenfalls novellierten Anforderungsverordnung (BGBl 2011, Seite 230 ff) erfüllt werden. Bei einer zweijährigen praktischen Ausbildung können somit mittelfristig 30 Auszubildende ausgebildet werden. Daher soll die Aufnahme in die Bundesfachklasse auf 30 Bewerber begrenzt werden. Bei der Planung des Unterrichtes sowohl in der Fachklasse wie auch in den Fachstufen wurden Absprachen getroffen, dass der jeweilige Montag und der Dienstagnachmittag der Unterrichtswoche durch Gastreferenten aus dem Beruf, der Wissenschaft und der Industrie gestaltet werden. Somit werden für ca. 80 Unterrichtstage bei 40 Unterrichtswochen pro Jahr Gastreferenten eingesetzt. Durch diese Regelung wird sichergestellt, dass die Schüler auf die Praxis bezogenen Stoff vermittelt bekommen und gleichzeitig auch an die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft herangeführt werden. Planung und Finanzierung dieser Unterrichtstage hat der Bundesverband Deutscher Berufsjäger e.V. (BDB) übernommen. Bei der Finanzierung wird er unterstützt durch das Niedersächsische Kultusministerium, durch den Deutschen Jagdverband und durch die Ausbildungsbetriebe.

Finanziert wird aus diesen gemeinsamen Mitteln u.a. auch zusätzlicher Unterricht im Jagdhornblasen, Falknerschein, etc.. Insgesamt konnten im vergangenen Schuljahr statt der regulären Zeit für den fachtheoretischen Unterricht von ca. 780 Stunden 1400 Stunden angeboten werden.